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„Für eine Welt ohne Allergien“ – Bericht zum Bencard Lunchsymposium auf dem Deutschen Allergiekongress 2018 in Dresden

„Für eine Welt ohne Allergien“ – so lautete das Motto des diesjährigen Deutschen Allergie Kongresses (DAK) in Dresden. Prof. Dr. Christian Vogelberg, Präsident der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA) und einer der Kongresspräsidenten des DAK 2018, eröffnete als Vorsitzender das Lunchsymposium der Bencard Allergie GmbH und zeigte sich sehr zuversichtlich. „Die Beiträge in diesem Symposium bilden unser ambitioniertes Motto sehr gut ab!“ so der Kongresspräsident. Dabei sollte von den hochkarätigen Referenten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der modernen Allergologie beleuchtet werden.

Zurückblickend zeigen sich bereits die letzten 15 Jahre in ihrer Entwicklung als wegweisend. Frau PD Dr. Katharina Blümchen, Kinderärztin an der Universitätsklinik in Frankfurt und Allergieforscherin, gab einen Überblick über die „Erfahrungen mit MPL-adjuvantierten Allergoiden bei Kindern und Jugendlichen“. Hier ging sie zunächst auf mehrere Studien ein, in denen Kinder erfolgreich mit einem modernen MPL-adjuvantierten Allergoidpräparat hyposensibilisiert wurden.1-5 Aber die Oberärztin sprach auch von ihren persönlichen positiven Erfahrungen, die sie in Frankfurt an der Uniklinik mit dem Produkt schon gemacht habe. So besserten sich bei den jungen Heuschnupfen-Patienten bereits nach einem Therapiejahr die Symptome der allergischen Rhinitis, und der Medikamentenverbrauch konnte während der Pollensaison gesenkt werden. Und das bei einem sehr günstigen Sicherheitsprofil: Lediglich eine geringe Anzahl an leichten Nebenwirkungen wie lokale Schwellungen habe sie verzeichnet. „Diese lokalen Schwellungen lassen sich sehr einfach durch Kühlung und Gabe von Antihistaminika wieder bessern“ so Dr. Blümchen. Hierbei ging sie auch auf eine großangelegte Studie6 ein, die sich allgemein mit der Sicherheit von Allergoid-Präparaten im Vergleich zu Präparaten aus natürlichen Extrakten beschäftigte, und kam zu dem Schluss, dass sich Allergoidpräparate besonders bei Kindern als sicherer7, im Sinne von weniger systemischen Reaktionen, zeigten.

Doch auch neue Entwicklungen in der Allergologie sind schon Teil der Gegenwart. Dies konnte Frau Dr. Guethoff, die medizinische Direktorin Deutschland/Österreich/Schweiz der Bencard Allergie GmbH, in ihrem Vortrag „Klinisches Entwicklungsprogramm ATL/Bencard – Jetzt und in Zukunft“ eindrucksvoll demonstrieren. In der subkutanen Immuntherapie gehören Tyrosin-adjuvantierte Allergoide und Mittel gegen die Bienen- und Wespengiftallergie seit Längerem zum Portfolio der Bencard Allergie GmbH. Dazu kommen die modernen MPL-adjuvantierten Allergoide, für die derzeit im Rahmen der Therapieallergeneverordnung (TAV) hochqualitative, klinische Studien durchgeführt werden. In Phase II Studien, den sogenannten Dosisfindungsstudien, zu den MPL-adjuvantierten Allergoiden gegen Birken-8 sowie Gräserpollenallergie9 konnte nicht nur eine optimale Dosis festgestellt werden, auch das gewünschte „Wirkungs-Plateau“10 wurde eindrucksvoll dargestellt. Bei diesem Plateau wurde eine Dosis erreicht, die keine relevante Symptomverbesserung im Vergleich zur niedrigeren Dosis vorher zeigt. Auf diese Weise lässt sich die optimale Dosis ermitteln, die in einer darauffolgenden Phase III Studie verwendet wird. Im Falle der Birkenpollenallergie konnte die optimale Dosis dieses Jahr in der betreffenden Phase III Studie, einer sogenannten Feldstudie, eingesetzt werden, und die Auswertung dieser Studie läuft derzeit. Auch das MPL-adjuvantierte Allergoid für die Therapie der Gräserpollenallergie hat die Phase II abgeschlossen9 und die Firma befinde sich derzeit in der Planung der Phase III. Diese soll in Ländern der EU aber auch in den USA stattfinden, ein mutiges und zukunftsweisendes Konzept. Im Bereich der sublingual-verabreichten Hyposensibilisierungslösungen sind ebenfalls Studien für die Allergien gegen Gräserpollen, Baumpollen und Hausstaubmilben mit baldigem Studienstart geplant. Nicht ohne Stolz stellte Frau Dr. Guethoff unter dem Firmenmotto „Wir denken AllerGOlogie weiter“ noch die derzeitige Umsetzung von Visionen vor: Die Impfung gegen Erdnussallergie. Nur eine Vision? Ganz und gar nicht: Die bereits abgeschlossenen vorklinischen Untersuchungen zeigten sehr vielversprechende Ergebnisse. Die ersten Studien im Menschen sind in Planung.

Ein essentielles Thema für die Entwicklung der Allergologie in Deutschland wurde von Frau Prof. Dr. Vera Mahler, Abteilungsleiterin im Fachbereich Allergologie am Paul-Ehrlich-Institut in Langen, vorgetragen: „Therapieallergene-Verordnung (TAV) – Welche Anforderungen stellt das PEI an die Hersteller und welchen Nutzen hat der AIT-Verordner?“ Der Vortrag startete mit Glückwünschen: Die TAV feiere 10-jähriges Jubiläum. Viele Ziele seien bereits erreicht. Frau Prof. Mahler erinnerte an dieser Stelle nochmals an die wesentlichen Aspekte der Verordnung. Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit der Produkte für die häufigen Allergenquellen (Gräser, Bäume, Hausstaubmilben; Insektengifte) müssen von den Herstellern gezeigt und gewährleistet werden. Innerhalb der Verordnung muss für alle Produkte gegen Allergien im Bereich Gräser, Bäume, Hausstaubmilben und Insektengifte eine klinische Prüfung bezüglich der Dosisfindung und der Wirksamkeit in einer Feldstudie durchgeführt und mit einer positiven Risiko-Nutzen-Bewertung abgeschlossen werden. Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, kann eine Zulassung für das Produkt beim PEI beantragt werden. Durch diesen Prozess kam es in den letzten 10 Jahren zu einer Marktverschlankung, die von ursprünglich über 6000 Produkten im Bereich der Allergenspezifischen Immuntherapie gegen häufige Allergene und deren Mischungen auf eine Anzahl von nun nur noch 69 aktive Zulassungsanträge geschrumpft ist. Ein Punkt war Frau Prof. Mahler hier besonders wichtig: „Alle Produkte, für die aktive Zulassungsanträge existieren, sind gleichermaßen verkehrs- und verordnungsfähig.“ Hier hatte es in der Vergangenheit des Öfteren unnötige Verunsicherung gegeben. Produkten im TAV Prozess, die mangelnde Qualität, mangelnde Sicherheit oder nicht vorhandene Wirksamkeit zeigten, wurden und werden auch in Zukunft die Freigabe durch das Paul-Ehrlich-Institut versagt.11 Ein klares und Vertrauen schaffendes Statement. Ein weiterer Schwerpunkt im Vortrag von Frau Prof. Mahler war die Situation im Bereich der Kinderstudien. Hier ermutigte Frau Prof. Mahler die Hersteller von Therapieprodukten Kinderstudien durchzuführen, um auch hier Evidenz für schon jahrelang gesehene Therapieerfolge zu schaffen und auch eine Zulassung für Kinder zu erwirken. Und ihre Vision für die Zukunft? „Einen baldigen Abschluss der TAV, zahlreiche Produkte, die für Kinder zugelassen sind, und den weiteren Einsatz und die Erforschung von neuen Adjuvanzien“, stünden auf Frau Prof. Mahlers Wunschliste. Kurzfristig freue sie sich auf die Fortschritte, die wir schon bald im Bereich der Nahrungsmittelallergien sehen werden. Die Chancen für beides stehen offensichtlich gut.

Der diesjährige DAK in Dresden wurde gemeinsam von den drei allergologischen Fachgesellschaften GPA, AeDA und DGAKI als interdisziplinäre Veranstaltung organisiert, um eine ansprechende Fortbildungsveranstaltung für alle relevanten Berufsgruppen anzubieten.

Autor: Dr. Anke Graessel

Quellen:

  1. Drachenberg KJ, Pröll S, Urban E, Woroniecki SR. Single-course specific immunotherapy with mixed pollen allergoids: results of a multi-centre study. Allergol Immunopathol (Madr). 2003; 31(2):77-82.
  2. Rosewich M, Schulze J , Fischer von Weikersthal-Drachenberg K J, and Zielen S. Ultra-short course immunotherapy in children and adolescents during a 3-yrs post-marketing surveillance study. Pediatr Allergy Immunol. 2010; 21:e185–e189.
  3. Rosewich M, Girod K, Zielen S, Schubert R, Schulze J. Induction of Bronchial Tolerance After 1 Cycle of Monophosphoryl-A-Adjuvanted Specific Immunotherapy in Children With Grass Pollen Allergies. Allergy Asthma Immunol Res. 2016; 8(3):257-263.
  4. Rabe U, Altengarten J, Benke E, Erdmann A, Erdmann AP, Fiedler G, Hofmann S, Jasch B, Kallien U, Knuppe-Andree S, Lüdcke HJ, Lohse K, Piller M. Long-term efficacy of specific subcutaneous, short-term MPL adjuvant immunotherapy over three treatment and three follow-up years, as measured by quality of life. Allergo J Int. 2017; 26:147–154.
  5. Zielen S, Gabrielpillai J, Herrmann E, Schulze J, Schubert R & Rosewich M. Long-term effect of monophosphoryl lipid A adjuvanted specific immunotherapy in patients with grass pollen allergy. Immunotherapy. 2018; 10(7):529-536.
  6. Calderón MA, Vidal C, Rodríguez Del Río P, Just J, Pfaar O, Tabar AI, Sánchez-Machín I, Bubel P, Borja J, Eberle P, Reiber R, Bouvier M, Lepelliez A, Klimek L & Demoly P on behalf of the EASSI Doctors’ Group. European Survey on Adverse Systemic Reactions in Allergen Immunotherapy (EASSI): a real-life clinical assessment. Allergy. 2017; 72(3):462-472.
  7. Rodríguez Del Río P, Vidal C, Just J, Tabar AI, Sanchez-Machin I, Eberle P, Borja J, Bubel P, Pfaar O, Demoly P, Calderón MA. The European Survey on Adverse Systemic Reactions in Allergen Immunotherapy (EASSI): A paediatric assessment. PAI Pediatr Allergy Immunol. 2017; 28(1):60-70.
  8. M. Worm, T. Higenbottam, O. Pfaar, R. Moesges, W. Aberer, K. Gunawardena, D. Wessiepe, D. Lee, M. F. Kramer, M. Skinner, B. Lees, S. Zielen. Randomised controlled trials define shape of dose-response for Pollinex Quattro Birch allergoid immunotherapy. Allergy. 2018; 73:1812-1822.
  9. Pressemeldung Bencard Allergie zum Ergebnis Phase II PQ Gräser vom 22.05.2018.
  10. Kleine-Tebbe J, Kaul S und Mösges R, Allergen-Immuntherapie-Phase II-Studien: Herausforderungen bei der Dosisfindung. Allergologie. 2018; 41(9):407-415.
  11. Mahler V. Was will die TAV wirklich und wie funktioniert sie? – Entmystifizierung verbreiteter Missverständnisse. Allergologie. 2018; 41(4):153-154.
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