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SCIT – Allergie-Impfung in der Praxis

Mit einer subkutanen Immuntherapie (kurz SCIT) können viele Allergiker, speziell Patienten mit Pollenallergie, Hausstaubmilbenallergie oder Insektengiftallergie, erfolgreich behandelt werden1. Das Prinzip der SCIT ist einer Impfung ähnlich1,2: Dem Allergie-Patienten werden in einer allergologisch-spezialisierten Arztpraxis oder Klinik in zeitnahen Abständen abgeschwächte Allergene in aufsteigender Dosierung bis hin zu einer individuellen Höchstdosis unter die Haut des Oberarms gespritzt (unter die Haut = subkutan). Mit dieser Höchstdosis wird die Allergietherapie in regelmäßigen Zeitintervallen fortgesetzt.

Kurz- oder Langzeittherapie mit Injektionen

Die Injektionen sind für den Patienten in der Regel schmerzarm. Je nach SCIT-Präparat sind pro Therapiejahr unterschiedlich viele Injektionen vorgesehen, um eine Besserung der Allergie-Beschwerden zu erreichen. Man unterscheidet daher bei der subkutanen Immun-therapie zwischen einer Langzeittherapie und einer Kurzzeittherapie. Bei der Langzeit- oder Ganzjahrestherapie werden in der Regel alle 4-6 Wochen die Injektionen verabreicht, während für die Kurzzeittherapie nur 6 bis 7 Injektionen pro Therapiejahr benötigt werden. Für Pollenallergiker steht auch eine präsaisonale Therapie (vor der Pollensaison) mit nur 4 Injektionen pro Therapiejahr zur Verfügung. Ihr Arzt wird Sie beraten, ob in Ihrem Fall eine Kurz- oder Langzeittherapie besser geeignet ist, und Ihnen (oder Ihrem Kind) ein entsprechendes Rezept ausstellen, damit Sie das SCIT-Präparat für den nächsten Arzt-Besuch rechtzeitig in der Apotheke bestellen können. Die Kosten für die spezifische Immuntherapie werden von den Krankenkassen übernommen.

Behandlungsablauf in der Praxis

Die subkutane Immuntherapie ist eine aktive Immuntherapie. Es ist daher wichtig, dass das Immunsystem am Tag der Injektion nicht zusätzlich belastet ist, z.B. durch einen Infekt oder eine kürzlich durchgeführte Impfung. Auf Sport, Sauna-Besuche und Alkohol sollte am Tag der Injektion ebenfalls verzichtet werden.

Eine subkutane Immuntherapie kann Nebenwirkungen in Form leichter Symptome entsprechend der jeweiligen Allergie-Beschwerden auslösen oder es kommt zu Reaktionen im Anwendungsbereich (z.B. Juckreiz oder Verhärtung an der Einstichstelle, Rötungen, Schwellungen), welche sich in der Regel nach kurzer Zeit wieder zurückbilden. Um mögliche Überreaktionen und Nebenwirkungen bei Bedarf schnell behandeln zu können, muss der Patient nach der Injektion noch etwa 30 Minuten zur Beobachtung in der Praxis oder Klinik bleiben.

Therapiestart bei subkutaner Immuntherapie

Bei Heuschnupfen bieten sich oftmals Herbst und Winter als ideale Therapie-Startzeit an, um den Körper während der Pollenflug-Hochphase nicht zusätzlich zu belasten. Bei einer Hausstaubmilbenallergie ist der Behandlungsbeginn jederzeit möglich. Letztendlich entscheidet aber Ihr allergologisch-spezialisierter Facharzt in Absprache mit Ihnen über den idealen Therapiestart – auch abhängig von der Allergieform und dem gewählten SCIT-Präparat.

Lesen Sie hier allgemeine Informationen zur spezifischen Immuntherapie.

Quellen:

  1. Leitlinie zur (allergen-)spezi­fischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen, Allergo J Int 2014; 23: 282-319;
    http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/061-004l_S2k_SIT_2014-12.pdf
  2. Weltgesundheitsorganisation (WHO); The Journal of Allergy and Clinical Immunology
    www.who.int/respiratory/publications/allergy_prevention/en/

    www.jacionline.org/article/S0091-6749(98)70271-4/fulltext

    www.jacionline.org/article/S0091-6749(98)70271-4/pdf
  3. Klimek et al.: Clinical use of adjuvants in allergen-immunotherapy, Expert Rev Clin Immunol. 2017 Jun;13(6):599-610. doi: 10.1080/1744666X.2017.1292133
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Was ist in einem SCIT-Präparat drin?

Kernsubstanz der SCIT-Präparate sind in der Konzentration kontrolliert gesteigerte Allergene oder sogenannte Allergoide – dies sind veränderte, in ihrer Struktur optimierte Allergene. Für verschiedene Allergien stehen standardisierte Allergen-Lösungen zur Verfügung. Zur Unterstützung der Wirksamkeit werden in einigen Präparaten Wirkverstärker genutzt. Ein bekannter Wirkverstärker, der auch in Impfungen eingesetzt wird, ist das Monophosphoryl-Lipid A (MPL). Als Trägerstoff wird in SCIT-Präparaten Aluminiumhydroxid oder L-Tyrosin (enthält kein Aluminium) verwendet3.

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