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Online-Seminare für Betroffene

Online-Seminare für Allergiker*innen

DAAB-Online-Seminare rund um Allergien - mit aktuellen Hinweisen zur Corona-Situation

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund bietet in Zusammenarbeit mit Bencard Allergie Online-Seminare für erwachsene Allergie-Patient*innen, Kinder und Jugendliche sowie Eltern an. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen und Antworten der bereits gelaufenen Webinare. Die Videos zu den einzelnen Online-Seminaren sind hier in Kürze verfügbar.

Thema: "Mein Kind hat eine Allergie, was nun? - Tipps für Eltern"
Experte: Dr. med. Michael Gerstlauer
, Kinderpulmologe und Allergologe am Universitätsklinikum Augsburg

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Thema: "Allergie- und Asthmabehandlung in Zeiten von Corona"
Expertin: Dr. med. Ulrike Neise
, Allergologin und Schlafmedizinerin mit Praxis in Düsseldorf

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Thema: "Ich habe eine Allergie – jetzt komme ich als Kind oder Jugendlicher selbst zu Wort!“
Experte: Dr. med. Michael Gerstlauer
, Kinderpulmologe und Allergologe am Universitätsklinikum Augsburg

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Wichtige Fragen & Antworten, die im Rahmen der Online-Seminar-Reihe von den Expert*innen beantwortet wurden:

DAAB-Seminar für Kinder: „Ich habe eine Allergie – jetzt komme ich selbst zu Wort!“

Dr. Michael Gerstlauer / Kinderpulmologie und Allergologie am Universitätsklinikum Augsburg

Frage von Eric (11 Jahre): Ich habe eine Allergie gegen Gräserpollen - kann die von alleine wieder weggehen?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Bei einer Gräserpollen-Allergie in dem Alter solltest du dich dem Thema Behandlung zuwenden. Denn so ganz von alleine wirst du diese Allergie mit 11 Jahren wohl nicht loswerden. Dazu solltest du mit dem Kinderarzt oder einem Allergologen über eine Hyposensibilisierung reden.

Kinderfrage: Wieso tränen meine Augen und wieso läuft meine Nase, wenn ich im Sommer draußen bin?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Das passiert, wenn du im Sommer draußen bist und allergisch auf das bist, was gerade in der Luft ist wie zum Beispiel Gräserpollen. Dann kommen diese Pollen auf deine Schleimhaut in der Nase oder an die Bindehaut und dein Körper reagiert mit einer Entzündungsreaktion. Das heißt, dass die Schleimhaut stärker durchblutet wird und sie mehr Schleim produziert. Die Schleimhaut wird rot und sie schwillt an. Das siehst du dann daran, dass deine Nase läuft, dass du niesen musst und die Augen rot werden und vielleicht tränen. Gleichzeitig werden Botenstoffe freigesetzt, vor allem Histamin. Das macht ganz schrecklichen Juckreiz. Deswegen juckt die Nase und du musst niesen. Oft juckt es auch in den Augen und du hast rote Augen und musst sie reiben.

Frage von Junge (6 Jahre): Ich habe eine Allergie gegen Hasel- und Erlenpollen und auf Hausstaubmilben. Ab welchem Alter kann ich eine Hyposensibilisierung machen?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Mit 6 Jahren ist ein gutes Alter, um mit einer Hyposensibilisierung zu beginnen. Ab 5 bis 6 Jahren kann man damit anfangen. Dazu sollte erst geklärt werden, ob du eine starke Reaktion auf die Hausstaubmilbe hast oder ob milbendichte Überzüge für Kopfkissen, Bettdecke und Matratze ausreichen würden. Dafür kann dein Arzt eine nasale Provokation auf Hausstaubmilben machen. Diese wird wie ein Nasenspray in deine Nase gespritzt. Wenn du darauf heftig niesen musst, die Augen oder der Rachen jucken oder die Nase läuft, hast du eine starke Reaktion auf Hausstaubmilbe. Dann würde ich beide Hyposensibilisierungen machen lassen. Hyposensibilisierungen gegen Pollen und Hausstaubmilben kann man aber nicht mixen, sondern du musst dann zwei einzelne Hyposensibilisierungen machen.

Frage von Emmy (9 Jahre): Kann meine Hühnerei-Allergie wieder weggehen, wenn ich älter werde?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Bei Allergien auf Hühnerei und auf Kuhmilch ist es erfreulicherweise so, dass diese Allergien sich „verwachsen“ können. Es gibt keine Garantie, dass es bei jedem so ist. So etwa einer von drei Allergikern behält diese Allergie, bei den anderen geht die Allergie gegen Hühnerei oder Kuhmilch im Laufe der Zeit wieder weg. Prinzipiell ist es auch mit 9 Jahren noch so, dass die Chance besteht, dass deine Allergie irgendwann weg ist.

 

 

Kinderfrage: Ich habe eine Kreuzallergie - Wieso bekomme ich Bauchweh, wenn ich etwas Falsches esse?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Eine Kreuzallergie bedeutet, dass du auf etwas allergisch bist und etwas anderes, wie eben ein Nahrungsmittel, ganz ähnlich für dein Abwehrsystem aussieht. Das Abwehrsystem denkt dann, da kommt das, worauf ich allergisch bin und beginnt mit der gleichen Abwehrreaktion. Nur, dass du in diesem Fall etwas gegessen hast und das im Bauch ist und es nicht durch die Nase eingedrungen ist oder in die Augen geflogen. Dadurch tut es dir im Bauch weh. Was passiert dann bei dir im Bauch? Die Schleimhaut wird stärker durchblutet, es wird mehr Sekret produziert. Vielleicht bewegt sich dein Darm mehr oder du bekommst Bauchgrummeln. Vielleicht bekommst du auch Durchfall oder dir wird schlecht.

Frage von Magdalena (9 Jahre): Gibt es Anaphylaxie-Schulungen für Kinder?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Eine Schulung für Anaphylaxie, also zum Umgang mit einem allergischen Schock, dauert mehrere Stunden an mehreren Tagen. Im Moment können wir diese Gruppenschulungen, bei der viele zusammenkommen und sich austauschen, leider nicht machen. Es gibt aber Online-Schulungen, die kann man unter anderem bei www.daab.de/anaphylaxie/anaphylaxiewelt/ finden. Um zu lernen, wie man mit dem Notfall-Pen umgeht, kann man sich Videos anschauen. Aber das solltest du auch beim Kinderarzt mit einem „Trainer“ üben, das sind Übungs-Pens ohne Nadeln. Den kannst du dann beispielsweise bei Mama und Papa und dann bei dir selbst ausprobieren. So einen „Trainer“ kann man zum Beispiel auch als Mitglied über den Deutschen Allergie- und Asthmabund anfordern.

DAAB-Seminar „Mein Kind hat eine Allergie, was nun? - Tipps für Eltern“

Dr. Michael Gerstlauer / Kinderpulmologie und Allergologie am Universitätsklinikum Augsburg

Was sind Pricktests bzw. Provokationstests?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Ein Pricktest wird auf der Haut gemacht. Dafür werden Allergene leicht in die Haut „gepikst“. Wenn sich die Haut rötet und Quaddeln entstehen, dann zeigt das, dass der Patient auf das jeweilige Allergen reagieren könnte. Wirklich allergisch ist er aber erst, wenn er darauf auch im echten Leben reagiert. Dazu ist es gut, wenn der Patient vor dem Arztgespräch seine Beschwerden und wann diese aufgetreten sind dokumentiert.

Wenn wir nach dem Pricktest nicht ganz sicher sind, dann machen wir eine Provokationsuntersuchung. Diese ist ganz wichtig, um herauszufinden, ob der Patient niesen muss, die Nase anschwillt und die typischen Beschwerden auftreten, wenn man das Allergen zum Beispiel mit einer Sprühflasche auf die Nase aufbringt. Dann weiß ich, dieses Allergen ist wirklich für verantwortlich für die Allergie und dann lohnt die Behandlung auch.

Ab welchem Alter kann man einen Pricktest bzw. eine Provokation machen?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Einen Pricktest kann man schon bei einem Säugling durchführen. Wenn es zum Beispiel um eine Allergie auf Kuhmilch geht, kann man auf dem Rücken vier kleine Pikser machen. Aber die große Allergiediagnostik kann man aufgrund der kleinen Hautoberfläche dann noch nicht machen. Auch eine orale Provokation ist schon bei Säuglingen möglich. Im Zweifel geht es um die Frage, was ist dem Kind und der Familie zumutbar?

Wie wird in der aktuellen Corona-Situation mit Provokations-Tests verfahren?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Es gibt Empfehlungen, die Untersuchungen auf die dringend notwendigen zu reduzieren. Wir haben die Provokationen im letzten Jahr wie sonst auch gemacht, einfach, weil sie notwendig sind. Wir haben jetzt über ein Jahr die Pandemie. Wir können nicht die ganze Allergiediagnostik auf Pause stellen. Die Menschen haben weiter ihre Allergien und sie müssen wissen, worauf sie allergisch sind. Und sie müssen auch ihre Therapien bekommen. Vor einer Provokation hätte ich allerdings gerne einen negativen Corona-Test.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Allergien?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Es gibt drei Säulen der Behandlung:

  1. Wir können versuchen, die auslösenden Allergene zu vermeiden. Das wird häufig bei Nahrungsmittelallergien gemacht.
  2. Wir können Medikamente gegen die Symptome einsetzen. Das sind Medikamente, die nur die Symptome lindern, aber nicht die Ursache behandeln.
  3. Wir können eine spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt durchführen. Das ist eine ursächliche Therapie. Sie induziert eine Toleranz, bringt also den Patienten weg von seiner allergischen Reaktion, lindert aber gleichzeitig auch die Symptome.

 

 

Wie hoch ist die Erfolgsquote bei einer Hyposensibilisierung?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Die Hyposensibilisierung hat Erfolg, wenn die Symptome im Rahmen der etwa dreijährigen Therapie deutlich zurückgehen und es dem Patienten mit weniger symptomatischen Medikamenten deutlich bessergeht. Das erreicht man zum Beispiel bei Baumpollen- oder Gräserpollen bei 85 bis 95 Prozent der Patienten.

Eine Hyposensibilisierung gegen Bienen- und Wespengiftallergien ist dann erfolgreich, wenn nach einem Stich keine lebensbedrohlichen Reaktionen mehr auftreten. Das ist auch bei etwa 95 Prozent der behandelten Patienten der Fall.

Wann bemerkt man die ersten positiven Effekte, also eine Verbesserung durch eine Hyposensibilisierung?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Es gibt beispielsweise Studien zur Hyposensibilisierung gegen Gräserpollen. Da hat man schon nach vier Wochen Verbesserungen und nach acht Wochen einen großen Unterschied gesehen.

Kann allergisches Asthma zurückgehen, wenn man die Allergie mit einer Hyposensibilisierung behandelt?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Absolut. Wir wissen, dass das Asthma bronchiale nach einer Hyposensibilisierung weniger Beschwerden macht. Die Patienten kommen mit weniger Medikamenten aus, insbesondere benötigen sie weniger Cortison, wenn sie eine Hyposensibilisierung machen. Das ist einer der großen Vorteile der Hyposensibilisierung beim Asthma, dass es dem Patienten mit weniger Medikamenten deutlich besser geht.

Wie lange sollte eine Mutter ihr Kind stillen, gerade wenn sie Asthma hat?

Antwort Dr. Michael Gerstlauer: Stillen ist für die Mutter und für das Kind sehr gut. Es hat positive Auswirkungen auf das ganze Leben. Stillen kann auch die Entwicklung von Allergien bei Kindern reduzieren. Unter dem Schutz des Stillens sollte eine Mutter so ab dem 4. Lebensmonat mit der Einführung von Beikost anfangen. Für die Mutter gilt, dass sie sich während der Schwangerschaft und der Stillzeit keiner Diät unterziehen sollte. Sie darf alles essen, was sie möchte und was ihr guttut. Das hat auch den Vorteil, dass einzelne Proteine durch die Muttermilch auf das Kind übergehen und durch den Schutz des Stillens wahrscheinlich beim Kind die richtige Toleranz dagegen entsteht.

Eine allergologisch versierte Ernährungsfachkraft, die Fragen rund um die Beikost beantwortet finden Sie beispielsweise bei allergie-wegweiser.de.

Bei www.alleleland.de erhalten Kinder und Jugendliche noch mehr Informationen rund um das Thema Allergien.

Über den Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB)

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) ist der älteste (seit 1897) und größte Patienten- und Verbraucherschutzverband für Kinder und Erwachsene mit Allergien, Asthma, COPD, Urtikaria und Neurodermitis. Zu unserem Engagement gehört auch die individuelle Beratung und der unabhängige, unbürokratische Einsatz für Mitglieder und Ratsuchende. Zu Ernährungsthemen halten wir ebenso wie zu vielen weiteren Allergie-, Atemwegsthemen und Hautthemen umfangreiche Informationen und Tipps bereit. Wissenswertes finden Sie auch auf den Internetseiten des DAAB www.daab.de.
 
Sie möchten den DAAB näher kennenlernen? Sehen Sie hier einen kleinen Film – „Was macht eigentlich der DAAB?“

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